Zentrum für traditionelle Musik e.V.
Workshops 2026

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Workshops 2026

Tanzworkshop
(Vivien Zeller)

http://www.vivienzeller.de/

Immaterielles Kulturerbe und mehr!
Windros-Sommerkurse zur traditionellen Musik mit „VIERTOUR“

Erstmals gibt es auf dem Windros-Festival im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß auch Musikkurse. Am 4. und 5. September 2026 hat man dazu Gelegenheit, den Musikanten der Gruppe „Viertour“ durch ihre Musik zu folgen. Der ganze Freitag und der Samstagvormittag stehen im Zeichen des Singens, Musizierens, der Waldzither und der Handharmonika. Mit den letzten beiden sind zwei Vertreter aus dem „Bundesweiten Verzeichnisses der Deutschen UNESCO-Kommission“ zum Immateriellen Kulturerbe vertreten, eingereicht aus Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

Gleich nach den Kursen kann man sich in das Getümmel des Windros-Museumsfestes zu stürzen, die Abendkonzerte zu genießen und das Festival mit der sonntäglichen Matinee ausklingen zu lassen. Die Kurse kosten 100 Euro, ihr könnt den Kurs hier über das Kursangebot buchen. Die Buchung eines Kurses berechtigt nicht zum Besuch des Festivals. Für Festivaltickets und Übernachtungen schaut bitte auf unsere Ticketseite.

Ablauf

Freitag 04.09.2026  
10.00 –12.00 Uhr Kurse  
12.00 – 14.00 Uhr Mittag  
14.00 – 17.00 Uhr Kurse  
Ab 18.00 Uhr – Windros-Konzerte auf der Hufe 1 des Freilichtmuseums

Samstag 05.09.2026
10.00 –12.00 Uhr Kurse  
Danach Windros-Museumsfest und ab 18 Uhr Windros-Konzerte auf der Hufe 1 des Freilichtmuseums

Ich möchte gerne mitmachen  

Die Kursgebühr beträgt 100 Euro. Der Freitag hat 5 Seminarstunden, der Samstag 2. Ihr seid dann angemeldet, wenn Ihr Euren Betrag auf das Konto des Zentrums für traditionelle Musik e.V. überwiesen habt UND Euch bei Vivien Zeller per Telefon: 0049(0)1793204296 oder noch besser per E-Mail unter vivien@vivienzeller.de meldet. 

Sollte der Kurs nicht stattfinden, bekommt Ihr umgehend Euer Geld zurück.  

Hier die Kontonummer:  
Zentrum für traditionelle Musik e.V.  
DE51 1406 1308 0002 1701 08 
GENODEF1GUE 
Verwendungszweck: Windros-Sommerkurs 2026 / … [Dein Name]  

Bitte teilt Vivien mit, dass Ihr das Geld überwiesen habt und welche Kurse ihr belegen möchtet. Solltet Ihr plötzlich schon nach dem Bezahlen keine Lust oder Zeit mehr haben, könnt Ihr bis zum 1. 8 einfach absagen. Danach können wir die Gebühr nicht zurücksenden.  

Fragen/Infos? Meldet Euch:  Vivien Zeller 
Telefon: 0049(0)1793204296, vivien@vivienzeller.de 

Übernachtungen

Die Unterbringung ist im AWO – Feriendorf Schwerin Mueß in Form eines Festivaltickets mit Option auf einen Zeltplatz möglich. In diesem Fall schaut bitte für Festivaltickets und Übernachtungen auf unsere Ticketseite.

Die Kursangebote

VOLKSLIEDER SINGEN UND BEGLEITEN – AUS DEM THÜRINGER WALD mit Nico Schneider

Im Thüringer Wald gibt es noch Berghütten, auf denen am Wochenende in trauter Runde inmitten dunkler Tannen, Volkslieder gesungen werden. Naturgemäß sind oft die Jagd, der „Wilddieb“ oder andere Themen die zur Region passen, der Inhalt. Einige davon werden in „hennebergisch“, dem lokalen Dialekt dargeboten. Manchmal jodeln die Thüringer auch. Aber nur ein bisschen… Sängerinnen und Sänger! Musikantinnen und Musikanten! Habt Mut Euch in fremde musikalische Gefilde zu begeben! 

Nico Schneider stammt aus dem Thüringer Wald, hat diverse „musizierende Waldmänner“ als Vorfahren und spielt seit seinem 12. Lebensjahr die Thüringer Waldzither, Banjo und andere Instrumente. Er ist seit über 20 Jahren als Folkmusiker in diversen Ensembles (u.a. HüSCH!) unterwegs, baut Banjos, war Mitbegründer der Folkmusikschule in Halle und leitet ein „AmViehTheater“ in der Nähe von Jena.

www.banjoman.de

WALDZITHER – EINSTEIGER BIS MITTELKLASSE mit Tim Liebert 

Im Kurs wird dir gezeigt, welche „Philosophie“ hinter modernem Waldzitherspiel steckt. Es wird eine Palette von Spielweisen vorgestellt. Dazu gehören verschiedene Anschlag- und Picking-Varianten, die sich für die Waldzither besonders eignen. Durch das „Aufbrechen“ von Akkorden entstehen komplexe Klangstrukturen, die den Charakter der Waldzither besonders zur Geltung bringen. Durch Verbindung von Melodiespiel mit Begleitakkorden ist es möglich, geschmackvolle Bearbeitung von Liedern und interessante Begleitungen zu erarbeiten. Das wird an einer Reihe von Liedern und Tanzmelodien im Kurs praktisch umgesetzt. Es werden die akkordischen und rhythmischen Strukturen vorgestellt, die den richtigen Schwung erzeugen. 

Interessant ist die Nutzung der einzelnen Bass-Saite, die Bordun-artige Begleitungen ermöglicht. Das ist einerseits durch spezielle Akkord-Arbeit oder neue Techniken der rechten Hand möglich. Auf eine dieser Techniken (liebevoll als „Waldhämmern“ bezeichnet), wird im Kurs eingegangen. Die an das Clawhammer-Banjo angelehnte Spielart ermöglicht eine Kombination aus Melodie- und Akkordspiel mit einem kontinuierlich durchlaufenden Bass.  Viele der Aspekte, die im Kurs behandelt werden, lassen sich auf speziell gestimmten Gitarren (oder Ukulelen) nachvollziehen. Wer also noch keine Waldzither besitzt, kann zunächst auf einer Gitarre probieren, ob die Chemie stimmt.     

Tim wuchs im Thüringischen Vogtland auf und ist mit vielen folkloristischen Wassern gewaschen. Er hat in seiner Musikerlaufbahn in fast 20 Projekten ein Dutzend verschiedene Instrumente bedient. Seit ca. 15 Jahren ist sein Hauptinstrument die Thüringer Waldzither. Damit tourt er solistisch oder mit Bands wie Tradsch und Hüsch. Sein neuestes Projekt Lind mit Benni Gerlach (Cello) und Karl Helbig (Sax/Tuba) ist mehrfach preisgekrönt und stellt wohl eines der exotischsten Gewächse der neu erblühenden Deutsch Folk Landschaft dar. Neben seiner Arbeit als Profimusiker betätigt er sich als aktiver Netzwerker (Vorstand ProFolk, Mitbegründer der DeFi), Archivkramer und er war der Initiator der UNESCO Anmeldung der Waldzither, was zu deren Aufnahme in das Kulturerberegister im März 2025 führte.

ENSEMBLE DEUTSCHFOLK mit Vivien Zeller

In den Tanzmusikmanuskripten des deutschsprachigen Raums wimmelt es von Menuetten, Polonaisen, Schottischen, Walzern, Polkas – und auch von solch‘ Merkwürdigkeiten wie Teusch, Schleifer, Jägerländer oder Lustiger. Und das Interesse an diesem neuen Repertoire steigt. Was es damit auf sich hat und wie man diese Melodien in die Gegenwart der modernen Balfolkmusik holt, so dass es abwechslungsreich und zeitgemäß klingt und auch die Tänzer mitzureißen vermag – das zeigt dir Vivien Zeller in diesem Kurs. Das Gefühl für den Groove der Tänze, zweite Stimmen, Begleitungen und abwechslungsreiche Arrangements wird im Kurs gemeinsam entwickelt. Dabei sind auch deine Ideen gefragt. Notenkenntnisse sind nicht notwendig. Die Ergebnisse des Kurses können – wenn der Kurs es will – bei der Sonntagsmatinee des Windros-Festivals aufgeführt werden.

Vivien Zeller spielt seit 40 Jahren Geige, ist Berufsmusikerin und gibt seit vielen Jahren Unterricht auf der Basis traditioneller Tanzmusik. Ihr Kursangebot reicht von Einzelunterricht über Tanz-Spiel-Kurse für Tanzmusiker bis zur Ensemblearbeit und Bandcoaching. Auf der Suche nach Perfektion und Inspiration bereiste Vivien seit ihrem 16. Lebensjahr verschiedene Länder Europas. Auf Kursen, Sessions und Konzerten erlernte sie verschiedene traditionelle Spieltechniken, welche sie sicher mit ihren eigenen musikalischen Vorstellungen verknüpft. Ob im Unterricht oder auf der Bühne, ein besonderes Anliegen ist Vivien die enge Verbindung zwischen Musik und Tanz. So legt sie in ihren Kursen viel Wert auf Groove, Tanzbarkeit und Variationsvielfalt. So kann es vorkommen, dass zum besseren Rhythmusverständnis in ihren Kursen auch schon mal getanzt wird.

SPIELEN AUF DER „TRECKFIEDEL“ (ZIEHHARMONIKA) mit Ralf Gehler

Sie gehörte in die norddeutsche Volksmusik wie die Soße auf den Braten – die Treckfiedel oder Diatonische Handharmonika. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts spielte man sie in der Tanzmusik und zur Liedbegleitung. Unsere Eltern und Großeltern verstanden es manchmal noch, die ein oder andere Melodie zu musizieren – „Herr Schmidt“, „Rosemarie“ oder „Alle Möpse beißen“. Hier wollen wir im Kurs ansetzen. Einfachste Melodien auf nur einer Knopfreihe (in C-Dur!) und die Wiederentdeckung einer in Mecklenburg-Vorpommern fast abgebrochenen Tradition. Wie setzt man einzelne Töne voneinander ab? Wie betont man mit der Bewegung des Balges? Die Basis bildet das einreihige Instrument in C-Dur. Natürlich funktionieren auch Zweireiher in CF oder GC. (Club-Harmonikas sind ungünstig).

2020 wurde das „Spiel auf der diatonischen Handharmonika in Mecklenburg-Vorpommern“ in das Register Guter Praxisbeispiele des Bundesweiten Verzeichnisses der Deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen. Das ist nun aber wirklich ein Grund, am Treckfiedelkurs beim Windros-Festival teilzunehmen! 

Ralf Gehler ist freiberuflicher Musikant, Wissenschaftler und Lehrer für Traditionelle Musik. Zweimaliger Preisträger des Deutschen Weltmusikpreises. einmal mit „Malbrook“ und einmal mit „Kwart“. Promotion an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Jahre 2012 zur mecklenburgischen Volksmusikgeschichte. Er musiziert u.a. bei „Viertour“ und organisiert u.a. das Windros-Festival.